Die Großen des Vorarlberger Fußballs
enn man als Gestalter an Bücher denkt, fällt einem Fußball als Thema zuletzt ein. Die meisten Fußball-Bücher sind Fotoalben, zum Lesen findet sich eher wenig zwischen den meist knallbunten Deckeln. Das ist beim gegenständlichen Projekt vollkommen anders: ein schlichter Einband enthält 240 Seiten zum Lesen, mit Geschichten und G'schichterln über den Vorarlberger Fußball und dessen bekannteste Proponenten. ORF Journalist Adi Fischer hat in seinem ersten Buch „Von der Wiese nach Wembley” zahllose Details vor dem Vergessen bewahrt und hunderte Fotos aus vergilbten Alben und muffigen Schuhschachteln befreit - und ich habe diese Sammlung an Kleinoden für jeden Fußball-Fan in Szene gesetzt.
Wegen der Fülle an Bildern und Texten entschied ich mich für ein größeres Format: stolze 205 mm ist eine Seite breit und 260 mm hoch. Das ist nah am Format, in dem sonst Magazine erscheinen, was die Verwendung größerer Bilder erlaubt. Der Text wurde in der soliden Lino Letter gesetzt, wobei meine Wahl auf die Variante mit Mediëval-Ziffern als Brotschrift fiel. Das macht auch bei kleineren Schriftgraden Ziffern im Text lesbarer – ein Vorteil bei den vielen Jahreszahlen und Ergebnissen in diesem Werk. Da ich die Lino Letter bei diesem sportlichen Thema für ein wenig zu breit hielt, habe ich sie in Indesign ein wenig komprimiert. Der so entstandene „Condensed”-Schriftschnitt liest sich besser und benötigt geringere Laufweite, was vor allem in schmalen Spalten von Vorteil ist.
| Zeitraum | März/April 2008 |
| Klient | Adi Fischer |
| Umfang | |
|
| Autor | Adi Fischer |
| Fotografie | Reinhold Mohr |
| Scan | Gerold Mohr |
| Lektorat | Manfred Schneider |
| Gestaltung | |
| Bildbearbeitung | |
| Satz | Norbert Fürst |
Für Auszeichnungen habe ich einen fetteren Schnitt oder Kapitälchen verwendet. Die eingeblockten Zitate erhalten durch die Kapitälchen eine klare Distanz zum Lesetext, der fettere „Medium”-Schnitt der Lino Letter bedeutet eine subtile Hervorhebung. Auszeichnungen wurden sparsam eingesetzt, was den Text sehr beruhigt. Der Satz erfolgte in zwei oder drei Spalten auf Basis des neunspaltigen Grundrasters. Für Marginal-Text wurde Spalte 7 reserviert, Spalte 0 (innen am Bund) und 8 (außen am Rand) blieb Bildern und Bildunterschriften vorbehalten.
Überschriften sind durchgängig in Futura Condensed gehalten, wobei durch verschiedene Schriftgrößen zwischen Haupt- und Zwischenüberschriften unterschieden wird. Zwischenüberschriften sind zusätzlich als Versalsatz ausgezeichnet, dafür wurde der Schriftgrad um einen Punkt reduziert.
Die zahlreichen Statistiken wurden in der Schrift „Erbar” gesetzt. Die Erbar liegt angenehm ergänzend zwischen Futura Condensed und Lino Letter, wobei der verdichtete Schnitt durch die verringerte Laufweite gerade bei Tabellen mit zahlreichen Spalten ein großer Vorteil ist. In den zahlreichen Tafeln zur Aufstellung der Mannschaften kam die in den Überschriften verwendete Futura Condensed zum Einsatz, als Auszeichnung wurde Futura Extra Bold Condensed verwendet.
Neben dem Satz war Bildbearbeitung eine Hauptarbeit in diesem Projekt. Wie üblich waren die alten Fotografien zerknittert, verschmutzt, zerkratzt und verstaubt. Was als digitale Datei angeliefert wurde, war nicht retuschiert, also wurde viel Sorgfalt aufgewendet, um die Bilder wieder in einen weitgehend makellosen Zustand zu versetzen.
Zusätzliche Bildbearbeitung wurde beim Freistellen von Spielern, bei Montagen und bei der Gestaltung von Zeitungsausschnitten betrieben. Damit konnten Bilder in den Satztext gestreut werden, um die Seiten aufzulockern.
Die Gestaltung des Umschlags folgt dem Titel des Buchs in übertragener Form. Hier spielt der unvergessene Bruno Pezzey den Ball der Jugend zu - eine Bearbeitung des bekannten APA Bildes von Cordoba 1978, montiert mit einem Foto des U13 Torwarts vom FC Wolfurt von Reinhold Mohr. Das Zuspiel erfolgt über den Rücken des Buches und erschließt sich nur dem, der das Buch von hinten aufgeklappt betrachtet. Und weil Bruno Pezzey in Cordoba nach links spielte, habe ich das Bild gespiegelt, die Rückennummer zurückgespiegelt und die Nationalwappen von der Brust der Spieler entfernt, damit die Spielrichtung nun nach rechts läuft.
Durch Klick auf eine Miniatur öffnet sich eine große Darstellung. Sind mehrere Bilder in der Galerie, kann durch Klicken auf die linke oder rechte Seite des Großbildes zum jeweils vohergehenden oder folgenden Bild gewechselt werden.